Erschließung hohenzollerischer Urkunden im Landesarchiv Baden-Württemberg

 

Vidimus eines Ablassbriefes vom 16. Juli 1513 (Vorlage: Staatsarchiv Sigmaringen Ho 80 A T 1 Nr. 116)
Vidimus eines Ablassbriefes vom 16. Juli 1513 (Vorlage: Staatsarchiv Sigmaringen Ho 80 A T 1 Nr. 116)

Das am 1. Dezember 2020 gestartete Projekt, das aus Mitteln der ‚Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg‘ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg für eine Dauer von zunächst 16 Monaten gefördert wird, ist der Aufarbeitung von Erschließungslücken in der hohenzollerischen Urkundenüberlieferung im Staatsarchiv Sigmaringen gewidmet. Von der Stiftung Kulturgut wird bereits seit dem 1. Juli 2019 das Vorgängerprojekt gefördert, das die Separierung und Verpackung der fraglichen Urkunden zum Ziel hat, die nun fachgerecht erschlossen werden.

In den Blick genommen werden bislang nicht oder gänzlich unzureichend verzeichnete Urkunden aus Kernbeständen der Abteilung. Die Zugänglichkeit dieser Überlieferung des 12. bis 19. Jahrhunderts ist wesentliche Voraussetzung für das Bearbeiten verschiedenster Fragestellungen zur Landesgeschichte Hohenzollerns in Mittelalter und Früher Neuzeit.

Revers des Christoph Bürster von Sigmaringen vom 17. April 1577 gegen Graf Karl II. von Hohenzollern und Sigmaringen, der ihn das Kochen hat erlernen lassen, in keine fremden Dienst zu treten (Vorlage: Staatsarchiv Sigmaringen FAS HS 1-80 T 1-6 R 40,6)

Der Beständestruktur des Staatsarchivs Sigmaringen entsprechend gliedert sich das Projekt in zwei Teilprojekte. Ein erster Teil ist den staatlichen Beständen gewidmet, namentlich den Urkunden der gefürsteten Grafschaft Hohenzollern-Hechingen (Ho 1 T 1-6), der Grafschaft Sigmaringen (Ho 80 T 2 und Ho 80 A T 1), der Deutschordensherrschaft Hohenfels (Ho 160 T 2), der Grafschaft Veringen (Ho 170 T 2) sowie der Herrschaften Jungnau (Ho 171 T 3), Trochtelfingen (Ho 172 T 2) und Gammertingen-Hettingen (Ho 173/174 T 2). Hierbei sind 400 Urkunden zu erschließen, für die keinerlei Vorverzeichnungen vorliegen. In Einzelfällen sind überdies Provenienzzuweisungen durchzuführen.

Im zweiten Teil steht die Urkundenüberlieferung des als Depositum im Staatsarchiv Sigmaringen verwahrten Fürstlich Hohenzollernschen Haus- und Domänenarchivs im Mittelpunkt, insbesondere in den Beständen des Hausarchivs Sigmaringen (FAS HS 1-80 T 1-6), der Grafschaft Sigmaringen (FAS DS 1 T 1-5) und der Auswärtigen Besitzungen der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen (FAS DS 1 T 8-10). Für diese Urkunden liegen zwar kursorische Titelaufnahmen in Repertorien des ausgehenden 19. Jahrhunderts vor, allerdings werden diese Erschließungsangaben heutigen archivfachlichen Anforderungen nicht mehr gerecht.

Für den Zeitraum bis 1600 werden die Urkunden beider Teilprojekte in Form von Vollregesten erschlossen, um den gängigen Recherchestrategien für Quellen aus dieser

Projektmitarbeiter Dr. Clemens Regenbogen bei der Erschließung (Aufnahme: Peter Stratmann)

Zeitphase entgegen zu kommen und damit einen angemessenen Nutzerkomfort zu bieten. Für das 17. bis 19. Jahrhundert sind demgegenüber aufgrund andersartiger Nutzeransprüche Kurzregesten vorgesehen.

Eine parallel zur fachlichen Erschließung laufende Verknüpfung mit Normdaten zu Personen und Orten ermöglicht nicht zuletzt die Nachnutzbarkeit der neugeschaffenen Erschließungsdaten in regionalen oder überregionalen Archiv- und Landeskundeplattformen wie etwa dem Archivportal-D, LEO-BW oder anderen Online-Informationssystemen. Nach Abschluss des Projekts werden die neu erstellten Findmittel deshalb in das Onlinefindmittelsystem des Landesarchivs Baden-Württemberg integriert.

Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich an: projekt.hohenzollerische-urkunden@la-bw.de

 


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Staatsarchiv Sigmaringen