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01.04.2022

Start der Ausstellung "Fidelis von Sigmaringen"

Palakt Fidelis von Sigmaringen (StAS)
Plakat zur Ausstellung

Am 24. April 2022 jährt sich der Todestag des heiligen Fidelis zum 400. Mal. Der aus Sigmaringen stammende Kapuzinerpater, der in Feldkirch ein Kloster leitete und als Missionar der Gegenreformation im graubündischen Dorf Seewis erschlagen wurde, gehört zu den prominenteren Glaubenszeugen der katholischen Kirche aus Südwestdeutschland. Im Jubiläumsjahr finden sowohl in Sigmaringen als auch in Feldkirch und Seewis mehrere Fest- und Gedenkveranstaltungen statt.

Den Auftakt der internationalen Veranstaltungsreihe markiert am 10. April die Ausstellung "Fidelis von Sigmaringen. Herkunft, Wirken und Verehrung des hohenzollerischen Landespatrons", die das Staatsarchiv Sigmaringen in Kooperation mit der römisch-katholischen Kirchengemeinde Sigmaringen erarbeitet hat. Die historische Schau nähert sich dem Heiligen anhand von Objekten aus sechs Jahrhunderten. Lebensdokumente wie das eigenhändig geschriebene Testament des Heiligen sind ebenso zu sehen wie wertvolle Kunst- und Kultgegenstände. Neben der Herkunft des Fidelis, der um 1578 als Markus Roy in Sigmaringen geboren wurde, gehört die Verehrung des Heiligen in Hohenzollern zu den Schwerpunkten der Ausstellung.

Einige der Exponate werden zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. "Dazu gehören zwei Entdeckungen, die wir im Rahmen der Vorbereitungen machen konnten", berichtet Archivleiter Franz-Josef Ziwes. "Wir haben nicht nur das verloren geglaubte barocke Predellagemälde des Fidelisaltars in der Sigmaringer Stadtpfarrkirche wiedergefunden, sondern auch ein Verzeichnis totgeborener Kinder aus den 1730er Jahren". Das in lateinischer Sprache verfasste Register weist die Namen und Herkunftsorte von rund 650 Neugeborenen aus, die tot auf die Welt gekommen oder kurz nach der Geburt gestorben waren. Auf wundersame Weise sollen diese Kinder auf die Fürsprache des heiligen Fidelis kurzzeitig zum Leben erweckt worden sein, so dass sie doch noch getauft werden konnten.

Das außergewöhnliche historische Dokument spiegelt anschaulich die Wirkungs- und Verehrungsgeschichte des heiligen Fidelis, die zwar im Laufe der letzten Jahrhunderte einige Veränderungen erfahren hat, bis heute aber trotz mancher Höhen und Tiefen lebendig geblieben ist.

Die Ausstellung, zu der auch ein Begleitbuch mit Katalog erschienen ist, kann bis zum 29. Mai dienstags bis sonntags, jeweils 10.00 bis 16.30 Uhr im Gebäude Karlstraße 3 des Staatsarchivs besucht werden (am 1. Mai: 13.00-16.30 Uhr). Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie auf der Ausstellungsseite.

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