Den Krieg beenden? Gesellschaft, Trauer und Erinnerungspolitik in Deutschland und Frankreich

Termin

Soldatenhelm aus der Ausstellung Tod im Winterbergtunnel
Soldatenhelm aus der Ausstellung Tod im Winterbergtunnel
15.07.2022 18:00 Uhr

Inhalt

Soldatenhelm aus der Ausstellung Tod im Winterbergtunnel
Foto: Elias Siebert

Vortrag von Dr. Elise Julien, Lille und Wuppertal

Im Rahmen seiner deutsch-französischen Ausstellung Der Tod im Winterberg-Tunnel. Eine Tragödie im Ersten Weltkrieg – La mort dans le tunnel de Winterberg. Une tragédie de la Première Guerre mondiale lädt das Generallandesarchiv Karlsruhe am 15. Juli um 18 Uhr zu einem Vortrag der renommierten französischen Zeithistorikerin Dr. Elise Julien über Gesellschaft, Trauer und Erinnerungspolitik in Deutschland und Frankreich nach dem ersten Weltkrieg ein.

Wann endete der Erste Weltkrieg tatsächlich? Der Waffenstillstand am 11. November 1918 war nur ein erster Schritt, ihm folgten dann die Friedensverträge. Wie aber sollte das gesellschaftliche Trauma verarbeitet und die Nachkriegszeit gestaltet werden? Wie zuvor der Krieg, so betraf nun auch die Demobilisierung alle Lebensbereiche: Die Soldaten müssen wieder in das Zivilleben zurückkehren, die Wirtschaft muss umgestellt werden, die Politik muss wieder zufriedenstellend funktionieren, die zerstörten Regionen müssen wiederaufgebaut werden, schließlich muss das ganz "normale" Leben neu erfunden und die Trauer überwunden werden. Hierfür wurde in den 1920er Jahren in Deutschland und Frankreich ein kollektives Gedenken institutionalisiert, dem es aber nur teilweise gelang, die individuelle Trauer der Menschen aufzufangen. Der Krieg schien zwar zu Ende zu sein, doch der Frieden war damit noch nicht gewonnen.

Dr. Elise Julien ist Dozentin an der Universität Lille, Frankreich, und zurzeit Gast an der Bergischen Universität Wuppertal. Ihre Forschungsschwerpunkte sind der Erste Weltkrieg, seine Auswirkungen auf die Gesellschaften und seine Geschichtsschreibung.

Vor dem Vortrag findet um 17 Uhr eine Kuratorenführung durch die Ausstellung statt. Die zweisprachige, grenzüberschreitende Präsentation ist noch bis 14. August 2022 im Generallandesarchiv zu sehen.

Ausstellung und Vortrag können nach der gültigen Pandemieverordnung besucht werden. Bitte beachten Sie hierzu die aktuell gültigen Hinweise.