Tagung Antisemitismus: eine Bewährungsprobe für unsere Demokratie

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Zusammengestellte schwarz-weiß Portätfotos verschiedener Menschen. Am Rand 14 Fotos, die ein in der Mitte stehendes, größeres Foto eines Mannes mit Kind umranden. Mann und Kind drehen der Kamera den Rücken zu; bei den 14 Randbildern ist bei drei Personen das Gesicht ebenfalls nicht zu sehen.
Ausschnitt aus dem Titelfoto. Fünf nebeneinandergestellte schwarz-weiß Portätfotos verschiedener Menschen. Die Person im Bild ganz links kehrt der Kamera den Rücken zu.

28.03.2025 09:00 Uhr - 17:30 Uhr

Zusammengestellte schwarz-weiß Portätfotos verschiedener Menschen. Am Rand 14 Fotos, die ein in der Mitte stehendes, größeres Foto eines Mannes mit Kind umranden. Mann und Kind drehen der Kamera den Rücken zu; bei den 14 Randbildern ist bei drei Personen das Gesicht ebenfalls nicht zu sehen.
"Unsichtbar – in der Mitte der Gesellschaft? Gesicht zeigen gegen Antisemitismus!" ist ein Projekt der Tübinger Kunstschaffenden Lissi Maier-Rapaport und Peter Krullis. Im Zentrum stehen Porträtfotos von Menschen, die zusammen mit deren ganz persönlichen Statements zum Thema Antisemitismus gezeigt werden. Auf den Bildern sind Personen jüdischer und nicht-jüdischer Herkunft zu sehen. Jüdische Teilnehmende sind aus Angst vor antisemitischen Anfeindungen nur im Halbprofil oder von hinten fotografiert worden. So konnten Jüdinnen und Juden sich an dem Projekt beteiligen, ohne dass ihre Identität gefährdet wird. Wegen dieser Gefahr und dem gebotenen Schutz leben sie ein Stück weit "unsichtbar" inmitten unserer Gesellschaft.

Der Antisemitismus hat seit dem 7. Oktober 2023 weltweit massiv zugenommen, in der Gesamtbevölkerung, im Netz, in den Medien. Der barbarische Überfall auf Israel wird von vielen Juden als "Zeitenwende", als "Beginn eines neuen globalen antisemitischen Krieges" (Esther Schapira) verstanden.

Antisemitismus hat viele Formen: Antisemitismus von links, Judenhass von rechts, bürgerliche Ressentiments, Israelhass unter Kulturschaffenden/Medienmachenden und muslimischer Antisemitismus. Erschreckend ist die Gleichgültigkeit in der Mitte unserer Gesellschaft.

"Es geht […] nicht nur um den Schutz jüdischer Menschen. Denn wo Antisemitismus Platz hat, kann jede Form von Hass um sich greifen. Rassismus, Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Menschenverachtung jeder Couleur. Der Kampf dagegen ist ein Kampf für Menschenwürde, für Demokratie, für Einigkeit, für Recht und Freiheit." (Charlotte Knobloch)

In welchen Erscheinungsformen äußert sich Antisemitismus heute? Wie unterscheidet er sich von früheren Formen? Wie lässt sich Antisemitismus wirksam bekämpfen? Darüber wollen wir auf der Fachtagung informieren und diskutieren.