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21.06.2022

Gewalt und Alltag. Soldatische Erfahrung im Ersten Weltkrieg

Soldatenhelm aus der Ausstellung Tod im Winterbergtunnel
Foto: Elias Siebert

Im Rahmen seiner deutsch-französischen Ausstellung Der Tod im Winterberg-Tunnel. Eine Tragödie im Ersten Weltkrieg – La mort dans le tunnel de Winterberg. Une tragédie de la Première Guerre mondiale lädt das Generallandesarchiv Karlsruhe am 30. Juni um 18 Uhr zu einem Vortrag über die Erfahrungen der Teilnehmer des Ersten Weltkriegs ein. Der renommierte Freiburger Zeithistoriker Prof. Dr. Jörn Leonhard, der wiederholt mit viel beachteten Publikationen zur "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" hervorgetreten ist, spricht über die prägenden Erfahrungen der Soldaten des Großen Krieges an der Front und in der Etappe, die nicht nur ihren militärischen Alltag kennzeichneten, sondern auch bis weit in die Nachkriegszeit hinein fortwirkten.

Als der Große Krieg im August 1914 ausbrach, rechneten die Zeitgenossen mit einem kurzen Konflikt. Doch als im Westen Europas der Bewegungs- in einen unabsehbar langen Stellungskrieg überging, veränderte dies auch die Erfahrungswelt der Soldaten grundlegend. Schützengraben und Unterstand, Frontlinie und Etappe prägten diesen Krieg genauso wie eine bis dahin unvorstellbare Verdichtung von Gewalt auf begrenztem Raum. Der Vortrag beleuchtet die neue Qualität kriegerischer Gewalt, die Technologisierung des Krieges, aber auch den Mikrokosmos des soldatischen Alltags, der von Warten, Angst und der lokalen Überlebensgemeinschaft geprägt war. Schließlich konzentriert sich der Vortrag auf die komplexe Beziehung zwischen militärischer Front und der Heimat – gerade sie trug zur neuen Qualität soldatischer Erfahrung im Weltkrieg bei.

Jörn Leonhard ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg. 2014 erschien von ihm "Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs" (6. Auf. 2015), 2018 "Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918-1923" (2. Auf. 2019).

Vor dem Vortrag findet – wie donnerstags üblich – um 17 Uhr eine Kuratorenführung durch die Ausstellung statt. Die zweisprachige, grenzüberschreitende Präsentation ist noch bis 14. August 2022 im Generallandesarchiv zu sehen.

Ausstellung und Vortrag können nach der gültigen Pandemieverordnung besucht werden. Bitte beachten Sie hierzu die aktuell gültigen Hinweise

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